Vorbereitung
1. Der Schlamm muss weg
Das Wasser geht, aber der Schlamm bleibt zurück. Diesen müssen Sie schnellstmöglich entfernen. Ist er erstmal getrocknet und sitzt fest, ist der Aufwand immens und lässt sich kaum ohne weitere Beschädigungen lösen.
2. Pumpen Sie das Wasser vorsichtig ab
Das im Gebäude stehende Wasser muss abgepumpt werden. Wichtig: Unbedingt sollten Sie den Wasserpegel des umgebenden Grundwassers im Auge behalten, denn der Wasserdruck von außen kann sonst das Fundament und Bauteile beschädigen
3. Alles muss raus
Alle in Mitleidenschaft gezogenen und nassen Gegenstände und Möbel müssen ausgeräumt werden. So verkürzen Sie die Trocknungszeit der nassen Bausubstanz und sie minimieren damit Folgeschäden, die durch Feuchtigkeit entstehen können.
4. Verschaffen Sie sich ein Bild des Schadens
Wichtig ist im ersten Schritt, dass Sie sich ein detailliertes Bild über den Schaden verschaffen. Um hier keinen Punkt zu vergessen, haben wir Ihnen eine Checkliste vorbereitet - gehen Sie jeden Punkt gewissenhaft durch. Nachdem Sie die Schäden gründlich analysiert haben, sind Sie in der Lage, die weiteren Schritte zu planen. Anbei ein Überblick, was Sie als Heimwerker selbst in Angriff nehmen könnten und ab wann Sie entsprechende Fachhandwerker kontaktieren bzw. beauftragen sollten.
Vorsicht Einsturzgefahr!
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Wurde Ihr Gebäude unterspült oder haben sich Risse und Verformungen gebildet? - Betreten Sie Ihr Haus auf keinen Fall, ohne es vorher von einem Statiker geprüft zu haben.
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Waren die Schäden von außen nicht sichtbar, verlassen Sie bitte aus Sicherheitsgründen das Gebäude und warten Sie auf die Begutachtung des Statikers.
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Bitte beachten Sie, dass Gipskarton- und andere Platten bei ‚Holzhäusern‘ eine aussteifende Funktion haben können und daher nicht einfach entfernt werden dürfen.
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Wenn Gewölbe Risse durch das Hochwasser erlitten haben, stützen Sie diese nicht eigenmächtig ab – sie können einstürzen. Kontaktdaten von Sachverständigen zur Standsicherheit (Statiker) finden Sie bei der Handwerkskammer.
Was kann ich selbst und wofür brauche ich den Fachhandwerker?
Grundsätzlich sollte ein kompetenter Fachhandwerker die fachgerechte Sanierung durchführen. Trotzdem sind manche Tätigkeiten durchaus selbst durchführbar – je nach Sach- und Fachkenntnis – und auch auf Grund der übervollen Auftragsbücher der Fachhandwerker!
Das kann der erfahrene Heimwerker

Vorarbeiten
- Tapeten und Farben entfernen
- Fenster und Türen ausbauen
- Bodenbeläge (Fliesen/Parkett/Dielen/Holzfußböden) entfernen
- Hohlklingende / hohlliegende Innenputze entfernen
- Erdberührte Sockelflächen freilegen
Nacharbeiten
- Innenwände streichen
- Tapezieren
- Bodenbeläge (Teppiche/Dielen/Holzfußböden/Fertigparkett) verlegen
- Innenwände und Kellerdecken dämmen
- Innenwände verspachteln und/oder verputzen
- Fliesen verlegen (Boden und Wand)
- Heizkörper entlüften
Durch den kompetenten Fachhandwerker auszuführen
- Nach Anweisung eines Elektrikers Kabel verlegen
- Kleinere Arbeiten an der Sanitärinstallation
- Verstopfungen an Abflüssen beseitigen
- Türen und Fenster neu einbauen
- Außenputz erneuern
- Außenanstriche erneuern
- Außendämmung erneuern (Beachte: Altdämmung ist fachgerecht zu entsorgen)
- Armaturen und Sanitärobjekte (Wanne, Waschtisch etc.) einbauen
- Ständer- oder Leichtbauwände abreißen/einbauen
- Neue Dämmung auf Wänden bzw. in Ständer- oder Trockenbauwänden einbringen
- Neue Beschläge an Fenstern und Türen anbringen
- Abgehängte Decken entfernen und erneuern
- Elektroinstallationen Instandsetzen
- Arbeiten an Gasleitungen oder Gasgeräten
- Arbeiten an Heizungsanlagen
- Arbeiten an tragenden Wänden
- Arbeiten an Kerndämmungen
- Arbeiten am Schornstein
- Abreißen tragender massiver Wände
*Quelle: Schäden am Bauwerk durch Hochwasser – Erste Maßnahmen (Zentralverband Deutsches Baugewerbe. August 2021)
