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14. April 2020  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Staubschutz ist Gesundheitsschutz

von  Ulrich Wolf | 6 Min. Lesezeit | #Staubschutz  #Gesundheitsschutz  #Staub  #Gesundheit  #Wohngesundheit 

Saugen, Atemschutzmaske tragen und einen Lappen dabei haben reicht heute nicht mehr, um sich zu schützen und die Kunden mit Sauberkeit auf der Baustelle zu überzeugen. Neben den klassischen Hilfsmitteln bieten verschiedene Hersteller intelligente Gadgets und einfache Helferlein, mit denen sich Staub auf der Baustelle auf ein Minimum begrenzen lässt.

Baustaub in den Haaren ist kein Zeichen dafür, dass besonders viel geschafft wurde. Handwerker, die viel Staub aufwirbeln, machen höchstens viel dreckig und gefährden ihre Gesundheit: In vielen Fällen wird auf Baustellen zum Beispiel Quarzstaub in großen Mengen freigesetzt. Er setzt sich in der Lunge fest und führt zur tödlichen Silikose – früher auch als Staublunge bekannt. Dabei sind nicht generell alle Stäube gefährlich, auch wenn sie, einmal aufgewirbelt, die Atmung beeinträchtigen und sich in Kleidung, Haaren und der Nase festsetzen.

So einiges, was wir täglich einatmen, wird einfach wieder ausgehustet. Gefährlich wird es zum einen dann, wenn sich Schadstoffe in Stäuben befinden, die der Körper nicht einfach wieder abtransportieren kann. Auf der Baustelle können das Inhaltsstoffe von ansonsten ungefährlichen Bauprodukten sein oder Schadstoffe, die sich noch in alten Bauteilen befinden.

Eine große Gefahr geht vor allem von Stäuben aus, die Alveolengängig sind (A-Stäube). Das bedeutet, dass diese Stäube in die Lunge gelangen und dort in die Lungenbläschen (Alveolen) eindringen. Einmal eingeatmet, setzen sie sich dort fest und können im schlimmsten Fall mittel- oder langfristig Krebs auslösen. Zu nennen sind vor allem Quarzstäube, die bei vielen Bautätigkeiten freigesetzt werden und natürlich Asbest.

Jüngeren Erkenntnissen zufolge befindet sich Asbest nicht nur in den bekannten Asbestprodukten, sondern wurde aufgrund seiner Eigenschaften früher flächendeckend Putzen, Spachtelmassen, Klebern und auch Wandfarben zugesetzt. Der in der Sanierung tätige Handwerker von heute setzt sich also, das gilt als gesichert, häufig Asbeststäuben aus!

Staub ist die Ursache vieler Berufskrankheiten, meist mit Todesfolge. Deshalb wurden die rechtlichen Konsequenzen für Betriebe, die Staubgrenzwerte nicht einhalten, deutlich verschärft und es finden flächendeckendere Kontrollen statt! Die Grenzwerte für Staub an Arbeitsplätzen sind deutlich gesunken: Für A-Stäube gilt seit 2014 ein Grenzwert von 1,25 mg/m3. Zum Vergleich: Ein Zuckerwürfel wiegt in Deutschland circa 3 Gramm. Für Quarzstaub liegt der Grenzwert seit 2015 bei nur noch 0,05 mg/m3!

Wer die Grenzwerte überschreitet, dem wird nach der Kontrolle jegliche weitere Tätigkeit auf der betreffenden Baustelle untersagt. Bevor es weitergehen kann, muss nachgewiesen werden, dass entsprechende Schutzmaßnahmen und Absaugeinrichtungen angeschafft wurden und zum Einsatz kommen. Bis diese angeschafft sind, wird jeder Bauherr die Nerven verloren haben, der Betrieb ist den Job los und wird bei Forderungen des Bauherrn auch vor Gericht den Kürzeren ziehen!

Es ist einfacher, gesünder und kostengünstiger vor einer Baumaßnahme die notwendigen Schutzeinrichtungen anzuschaffen oder zu leihen.

Diese Hilfsmittel sind geeignet, Staub auf der Baustelle zu minimieren:

Staubschutztüren:

Eine relativ günstige Möglichkeit, die Ausbreitung des Staubes vom Ort des Geschehens in Nachbarräume zu verhindern, sind Staubschutztüren. Dabei handelt es sich um rechteckig zugeschnittene Folien, die über ein mitgeliefertes Klebeband von außen an den Türrahmen geklebt wird und die durch eine Öffnung passierbar bleibt. Diese Öffnung wird bei den meisten Systemen über einen aufgeklebten Reißverschluss dicht gehalten.

Wichtig: Das Klebeband sollte mindestens rückstandsarm (wenn schon nicht rückstandsfrei) vom Türrahmen entfernbar sein. Nach getaner Arbeit lassen sich alle Komponenten wieder zusammenlegen und im wiederverschließbaren Beutel abtransportieren.

Staubschutzsystem:

Zu einem System gehören neben der Staubschutztür auch ein Luftreiniger, ein Feinstaubfilter der Klasse M, ein 5 m langer Luftschlauch und das passende Staubschutzblech. Dabei arbeitet der Luftreiniger in zweierlei Hinsicht: Am Staubschutzblech angeschlossen, erzeugt er im Arbeitsraum einen permanenten Unterdruck, der ein Verbreiten des Staubes in andere Räume verhindert.

Wird der 205 mm dicke Schlauch direkt an den Entstehungsort des Staubes gehalten, arbeitet der Luftreiniger quasi als große Absaugeinrichtung. Das Gerät arbeitet mit einer Spannung von 230 Volt, im Betrieb ist er mit einer Geräuschentwicklung von 70 dBA nicht gerade leise.

Bohrhammer mit Punktabsaugung:

Klingt profan, aber am besten ist es, den Staub quasi direkt am Entstehungsort in Gewahrsam zu nehmen. Bei den staubintensiven Bohrarbeiten im Beton und Mauerwerk gelingt das am besten über eine Staubabsaugung direkt am Bohrhammer. Über ein Kunststoffgehäuse, das sich parallel zur jeweiligen Bohrtiefe zusammendrücken lässt, wird das Bohrmehl direkt am Bohrloch aufgefangen und in einen Behälter gesaugt.

Dabei sorgen Rückhalteventile dafür, dass der Staub nicht wieder austreten kann. Der Gebläseantrieb ist an die Stromversorgung beziehungsweise die Akkupower des Bohrhammers gekoppelt. Gute Geräte haben im Auffanggehäuse einen wechselbaren Micro- oder Feinstaubfilter.

Treppenschutzvliese

Die üblichen Malervliese haben sicher viele von Ihnen standardmäßig dabei, allerdings sind die zur Abdeckung nicht für alle Untergründe geeignet. Auf Treppen beispielsweise rutschen sie relativ leicht ab und müssen deshalb aufwändig abgeklebt werden. Bei speziellen Treppenvliesen brauchen Sie das nicht mehr, denn deren Unterseite hat zwei Klebestreifen, die einfach aufzukleben sind.

Die nur 33 cm breite Rolle wird auf die Treppenbreite zugeschnitten, das erst Klebeband wird hinten auf die Stufe geklebt, das zweite Klebeband dann entweder an die senkrechte Setzstufe oder um die Kante herum an die Stufenunterseite. Die Klebkraft der Bänder ist so ausgelegt, dass das Vlies nicht rutschen kann, es bleiben aber keine Kleberrest zurück.

Schmutzfangmatten

Bei dieser speziellen Fangmatte handelt es sich um einen Fußabstreifer, der verhindert, dass Staub von außen oder vom Arbeitsraum in die sauberen Bereiche der Kundenwohnung eingetragen wird. Er besteht aus 30 übereinander geklebte Haftfolien (eine pro Tag), die mehrmals benutzt werden können. Lässt die Haftung nach, wird die obere Folie einfach abgezogen. Die Folien können übrigens mit Ihrem Firmenlogo bedruckt werden.

Staubschutzmasken

Ist der Staub erst mal entstanden und in der Luft, hilft nur noch eine gute Staubmaske. Ein neues FFP-Modell ist mit einer Faltfilter-Technologie ausgestattet, was gleich zwei Vorteile bietet: Durch die Verdopplung der Filteroberfläche wächst auch deren Aufnahmekapazität, zum zweiten reduziert sich der Atemwiderstand. Letzteres ist wichtig, weil ein geringer Atemwiderstand bei der Arbeit als wesentlich angenehmer empfunden wird.

ein Mann setzt sich eine Schutzmaske auf sein Gesicht

Zur Maske gehört eine Rundum-Dichtlippe, die sich vor Gebrauch an die Nase genau anformen lässt und nach Gebrauch die Möglichkeit zur Reinigung und Desinfektion bietet. Gefiltert werden mit der Staubmaske Feststaub, Aerosole (Dampf und Rauch) sowie toxische Keime.

Staubdüsen für Mischeimer

Einer der Orte mit der größten Staubentwicklung auf der Baustelle ist der Mischeimer. Egal, ob Fliesenkleber, Spachtelmasse oder Mauermörtel, beim Einfüllen schlagen dem Profi wahre Staubschwaden entgegen, die mitunter gesundheitlich bedenklich sind wie etwa Zementstaub. Genau hier setzt eine Staubdüse an, die einerseits an einen M-Klasse-Sauger angeschlossen wird und andererseits mittels einer Federklammer am Rand des Mischeimers fixiert wird.

Der beim Einfüllen im Eimer entstehende Staub wird sofort abgesaugt und kann den Eimer gar nicht erst in Richtung Raum verlassen. Das schont nicht nur den Anwender, sondern auch die Baustelle selbst, denn der Staub lagert sich auch nicht auf anderes Werkzeug oder auf Bauteile ab.

Kabellose Nass-/Trockensauger

Insbesondere dort, wo keine Steckdose um die Ecke ist, aber trotzdem mal eben gebohrt, geschliffen oder gesägt werden, muss zahlt sich ein Staubsauger aus, der ganz ohne Kabel auskommt. Ausgestattet mit einem Lithium-Ionen-Akku (36 Volt) können diese Sauger bis zu 45 Minuten eingesetzt werden, bevor der Akku eine neue Ladung braucht. Nach einer Stunde ist er wieder voll und der Sauger ist bereit, den nächsten entlegenen Winkel zu reinigen. Der Sauger kann mit Flchfaltenfiltern bis Staubklasse M ausgestattet werden.

Portrait Ulrich Wolf

Ulrich Wolf

Ulrich Wolf gehört zum Management Programm der Fachzeitschrift bmH bauen mit Holz im Kölner Bruderverlag. Seit 25 Jahren arbeitet der ausgebildete Zimmerer als Redakteur für verschiedene Fachzeitschriften aus dem Bau-, Ausbau- und Do-it-yourself-Bereich. Knapp zehn Jahre lang betrieb er eine Agentur, die Foto- und Videoproduktionen sowie Fachtexte für Redaktionen und Unternehmen aus diesen Fachbereichen realisierte.

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