Fassadendämmung
Heutzutage findet kein Neubau ohne eine Fassadendämmung statt, da der Gesetzgeber die Bauherren zum energieeffizienten bauen verpflichtet. Dies ist in der energetischen Vorgabe der Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) festgehalten. Auch Bestandsimmobilien können durch eine Sanierung der Fassade neu gedämmt werden. Da schlecht gedämmte Häuser sehr viel an Energie verbrauchen, können hingegen durch eine optimal gedämmte Fassade langfristig Heizkosten eingespart werden. Somit ist eine gute Fassadendämmung ein Grundelement, um den Energiebedarf Ihres Hauses effektiv zu senken. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie das Projekt Fassadendämmung umgesetzt werden kann und welche Dämmstoffe Ihnen zur Auswahl stehen.
Was ist ein Wärmedämmverbundsystem und welche Vorteile bietet es mir?
Derzeit ist ein professionell ausgeführtes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) die wirtschaftlichste Lösung für die Außendämmung Ihrer Fassade. Grundsätzlich besteht ein Wärmedämmverbundsystem aus drei Hauptkomponenten, die direkt auf den tragenden Wänden angebracht werden: Dämmplatten, Armierung und Oberputz.
Die wichtigste Komponente ist die Dämmplatte, die mit einem Spezialmörtel auf die Außenwand geklebt wird. Sie übernimmt den Wärme- und Schallschutz Ihres Eigenheims. Die Platten werden vollständig mit einer Schicht aus Armierungsmörtel überzogen, um einen stabilen Untergrund für den Oberputz, auf den ansonsten sehr elastischen Dämmplatten, zu schaffen. Die Armierungsschicht trägt dann den organischen oder mineralischen Oberputz, der für einen perfekten Wetterschutz sorgen soll. Zudem dient der Oberputz für eine ästhetische Optik und Anmutung Ihrer Fassadenverkleidung. Insgesamt tragen WDVS in vielfacher Hinsicht zur Werterhaltung und –steigerung Ihres Hauses bei, da sie die Heizkosten senken und die Bausubstanz schützen.

Welche Dämmplatten und -stoffe gibt es für meine Fassade?
Früher gab es zur Dämmung des Hauses die gelbe Mineralwolle für den Dachstuhl und die weißen Styroporplatten für die Außenfassade. Mit den gestiegenen Anforderungen an den Klimaschutz ist auch die Palette der Dämmstoffe größer geworden. Wärmedämmstoffe können aus anorganischen Materialien wie Stein- und Glaswolle bestehen. Jedoch gibt es auch eine organische Alternative wie Zellulosefaser oder Schafwolle. Diese Wärmedämmstoffe gibt es für die Außenfassade in Form von Platten.
Polystyrol-Dämmplatten (EPS)
Polystyrol-Hartschaum (oft als „Styropor“ bezeichnet) oder Extruderschaum sind moderne Dämmstoffe mit einem breiten Anwendungsspektrum, die unter anderem als Platten angeboten werden. Für die Dämmung der Außenwände kommen EPS-Dämmplatten für hinterlüftete Fassaden oder im Regelfall in WDVS zur Anwendung. Die Polystyrol-Dämmplatten sind druckfest und dabei elastisch, wasserabweisend, unverrottbar, gut wärmedämmend und schwer entflammbar.
Mineralwolle-Dämmplatte
Der Oberbegriff Mineralwolle steht für Dämmmaterialien aus Stein- oder Glaswolle. Diese Dämmstoffe bestehen zu über 90% aus natürlichen Rohstoffen und Recyclingmaterialien wie Kalkstein bzw. Glas. Aufgrund der guten Schall- und Wärmedämmeigenschaften besitzt die Mineralwolle einen hohen Stellenwert am Markt. Zudem bietet sie den höchsten Brandschutz (Baustoffklasse A), da sie nicht brennbar ist.
Naturfaser-Dämmplatten
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind vor allem für umweltbewusste Bauherren eine erwägenswerte Alternative zu den klassischen Dämmmaterialien. Zu den Naturfaser-Dämmstoffen zählen unter anderem Zellulosefasern, Flachs, Hanf, Holzfasern, Holz- und Schafwolle. Zellulosefasern werden beispielsweise aus Recyclingmaterialien wie Zeitungen hergestellt und besitzen für die Wärmedämmung besonders wichtige Eigenschaften: Die Poren schließen die Luft ein und reduzieren so den Wärmeverlust.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Glas- und Steinwolle?
Neben den Polystyrol-Dämmplatten (EPS) ist Mineralwolle ein häufig verwendeter Dämmstoff im Bauwesen. Wenn Sie sich für die Mineralwolle entschieden haben, müssen Sie jedoch noch zwischen der Glas- und Steinwolle als Dämmstoff auswählen. Wir stellen Ihnen hier kurz die wichtigsten Unterschiede dieser zwei Materialien vor.
Ein großer Vorteil der Steinwolle besteht darin, dass sie ein herausragendes Brandschutzverhalten und eine hohe Hitzebeständigkeit aufweist. Gebäudeteile, die mit Steinwolle-Dämmstoffen gedämmt sind, hemmen im Brandfall die Ausbreitung der Flammen und verhindern ein Übergreifen auf benachbarte Häuser. Die Glaswolle-Dämmstoffe sind zwar auch nicht brennbar, jedoch liegt ihr Schmelzpunkt niedriger.
Darüber hinaus liegt ein zentraler Unterschied der zwei Dämmstoffe in ihrer Stabilität begründet. Die Glaswolle ist überaus elastisch, wohingegen sich die Steinwolle durch Ihre hohe Formstabilität auszeichnet. Somit ist Glaswolle deutlich flexibler als Steinwolle-Dämmstoffe, was je nach Anwendungsbereich vorteilhaft für die Verarbeitung sein kann. Zudem besitzt Glaswolle ein geringeres Gewicht als Steinwolle. Für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden stehen Ihnen heute auch neuartige Mineralwolle-Dämmstoffe zur Verfügung, die die vorteilhaften Eigenschaften der Glas- und Steinwolle miteinander kombinieren.

Wie dämme ich meine Fassade wirkunsvoll und effizient?
Auch heute noch weisen viele Häuser eine unzureichende Dämmung der Fassade auf. Die Energieeinsparverordnung (2016) erhebt den Wärmeschutz zur Pflicht für alle Bauherren, denn durch Außenwände ohne Dämmung geht rund ein Drittel der Wärme verloren. Daher lassen sich bis zu 30% der Heizenergie und –kosten durch eine effiziente und wirkungsvolle Fassadendämmung einsparen. Keine andere einzelne Sanierungsmaßnahme bietet Ihnen dieses Potenzial.
Wie dick muss meine Dämmung an der Außenfassade sein?
Wenn Sie sich mit der Dämmung Ihrer Fassade beschäftigen, stellen Sie sich sicherlich die Frage, wie dick die Dämmschicht genau sein muss. Dies hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab unter anderem vom zu dämmenden Bauteil, der Energieeinsparverordnung (2016) und den baulichen Gegebenheiten. Für eine erste Planung können Sie bei der Fassade eine durchschnittliche Dämmdicken von ca. 16 cm annehmen. Jedoch gilt folgende Faustregel: Je hochwertiger der Dämmstoff ist, desto schlanker kann die Dämmung Ihrer Fassade durchgeführt werden.
